Erlebniswandern im Naturpark und Nationalpark Eifel: Bildungsreise für behinderte Menschen über den
Termin:
12.-15.08.201030.09.-03.10.2010
und auf Anfrage
Schwierigkeit:
Inhalt:
Unsere Wandertour führt mit einer kleinen Gruppe von 9 bis 15 Teilnehmern über zwei der schönsten Strecken des Eifelsteigs in der Nordeifel. Von der Stadt Monschau aus, deren Fachwerkhäuser sich an die Hänge des Rurtals schmiegen, geht es durch den Naturpark Hohes Venn-Eifel in den Ort Rurberg am Rursee, eine der größten Talsperren Deutschlands, die wie gemalt zwischen den Hängen des Nationalparks gelegen ist.Der zweite Abschnitt der Wanderreise beginnt mit einer Schifffahrt, die uns zur Urftstaumauer bringt. Von hier aus führt der Weg in das Zentrum des nahezu unberührten Nationalparks Eifel über die Dreiborner Hochfläche bis in den Kurort Gemünd.
Die Strecke bietet Höhepunkte landschaftlicher ebenso wie kultureller Art und zeigt, wie kontrastreich und schön die Zeugnisse menschlicher Kultur und der Natur sein können, die hier ihren ganzen Reiz entfalten.
Begleitet wird diese Bildungs-Wanderreise – abhängig von der Teilnehmerzahl – durch 3 bis 4 Experten der Raumplanung und Geographie sowie der Pädagogik, die für eine fachkundige Führung durch die Landschaft und die notwendige professionelle Betreuung der Teilnehmer sorgen.
Die Wandertour verbindet Erholung in der Landschaft mit interessanten Informationen zur Entstehung, Funktionsweise, zur Tier- und Pflanzenwelt und der Rolle des Menschen in diesem Gefüge auf anschauliche Art.
Themen:
Die Eifel, ein Mittelgebirge auf der Grenze zwischen Deutschland, Belgien und Luxemburg. So oder ähnlich könnte eine erste geographische Einordnung dieser Region lauten. Aber diese Beschreibung würde zu kurz greifen: Der Naturraum, der auf deutscher Seite zwischen Aachen im Norden, Trier im Süden und Koblenz im Osten gelegen ist, zeigt sich als vielfältiges Natur- und Ausflugsparadies, in dem aus erdgeschichtlichen Gebirgsbildungen vor Millionen von Jahren und aufgrund des heute dort herrschenden feucht-milden Atlantikklimas eine Landschaft entstanden ist, die stark von den Elementen Wasser, Erde und Feuer geprägt ist. Die Landschaft, die wir heute hier vorfinden, war vor mehr als 390 Mio. Jahren noch vom Meer bedeckt, bevor sich Riffe ausbildeten und sich schließlich durch die Auffaltung des Rheinischen Schiefergebirges (durch die Kollision der Erdplatten Gondwana und dem altem Old-Red-Kontinent) ab etwa 360 Mio. Jahren Land bildete. Vor 5,3 bis 1,8 Mio. Jahren erhob sich die Eifel zusammen mit dem Rheinischen Schiefergebirge schließlich aus ihrer Umgebung heraus und wurde von den dortigen Bächen und Flüssen tief zerfurcht. Diese hinterließen im Laufe der Zeit flache Hochebenen und tiefe Täler, die von schroffen Felswänden durchzogen sind. Im Süden der Eifel sind mehr als 50 Maare die Zeugen von Vulkanausbrüchen, die zuletzt vor 9.000 Jahren stattfanden.Der Norden der Eifel blieb bis in die heutige Zeit hinein in großen Teilen von landschaftsprägenden baulichen Eingriffen des Menschen verschont, ebenso wie ein südlicher Abschnitt, wenngleich dieses Landschaftsbild nicht allein dem Willen der Natur entsprang. Vielmehr entstand über Jahrtausende durch eine nachhaltige Nutzung des Menschen eine einzigartige, extrem artenreiche Kulturlandschaft, die in der Nord- und Südeifel noch existiert.
Der Wert dieser Landschaften wurde in den letzten Jahren als so hoch angesehen, dass man hier zwei der insgesamt 101 Naturparks schuf, die in Deutschland dem großräumigen Schutz der besonderen Eigenart und Schönheit der Natur, aber auch der Erholung des Menschen dienen. Dies sind einerseits der Deutsch-Belgische Naturpark Hohes Venn-Eifel und andererseits der Naturpark Südeifel, die in sich von vielen Gegensätzen geprägt sind und hierdurch Naturräume von außerordentlicher Vielfalt darstellen.
Im Norden, innerhalb des Deutsch-Belgischen Naturparks Hohes Venn-Eifel, wurde darüber hinaus eine Fläche von knapp 107 Quadratkilometern (dies entspricht etwa 15.000 Fußball-feldern) im Jahr 2004 zum vierzehnten Nationalpark Deutschlands erklärt - zum Nationalpark Eifel. Im Unterschied zum Naturpark wird die Natur im Nationalpark, der strengsten deutschen Naturschutzkategorie, in Teilen sich selbst überlassen. Es findet keine wirtschaftliche Nutzung statt, natürlich vorkommende Bäume können ihr vorgegebenes Höchstalter er-reichen, umgefallene Pflanzen bleiben liegen und werden Teil eines Biotops, Pflege- und andere Eingriffe durch den Menschen beschränkt sich auf das aller Notwendigste. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass sich in solchen Nationalparks eine Tier- und Pflanzenwelt ansiedelt, wie es sie vor dem Eingriff des Menschen einst gab. Hier entstehen die Urwälder von morgen.
Der Nationalpark Eifel, in dem neben Bibern und Wildkatzen, Knabenkraut und Gelben Wildnarzissen weitere 30 bedrohte Tier- und 80 Pflanzenarten der „Roten Liste“ beheimatet sind, dient aber nicht nur dem reinen Schutz der Natur, sondern soll ebenso wie die Naturparks zum Ziel für Besucher werden, die sich naturkundlich bilden oder einfach die einzigartige Landschaft erleben möchten.
In dieser Landschaft, in Deutschlands äußerstem Westen, wurde am 4. April 2009 offiziell ein weiterer der mittlerweile knapp 50 deutschen Fernwanderwege eröffnet, der auf 330 Kilometer durch eine der schönsten Wanderregionen Europas führt, um Aachen, die Krönungsstadt Kaiser Karls des Großen, in Nordrhein-Westfalen mit Deutschlands ältester Stadt, der römischen Kaiserstadt Trier an der Mosel in Rheinland-Pfalz, zu verbinden. Der Eifelsteig.
Die insgesamt 15 Etappen, die dem Wanderer unter dem Motto „Wo Fels und Wasser dich begleiten“ herrliche Ausblicke auf eine durch verwunschene Bäche, malerische Seen, weite Hochflächen und tiefe Wälder geprägte Landschaft bieten, führen durch die Hochmoorlandschaft des Hohen Venns, die Naturparks wie auch den Nationalpark Eifel oder die Vulkaneifel im Süden. Der Premium-Wanderweg führt unter anderem vorbei an dem Römerkanal, am Kloster Himmerod, der Burg Ramstein oder der NS-Ordensburg Vogelsang.
Atemberaubende Landschaften wechseln mit historischen Stätten römischer Kultur, des Mittelalters, aber auch dunkler Vergangenheit ab. Natur und Kultur bieten dem Wanderer ein buntes Wechselspiel verschiedenster Eindrücke.
Programm:
1. Tag: Ankunft und Aufenthalt in MonschauUnsere Wanderung beginnt mit der Anreise der Teilnehmer in die malerische Stadt Monschau an der Rur, die zwischen Hängen im Naturpark Hohes Venn gelegen ist. Wir kommen in der Jugendherberge an, die in der im frühen 13. Jahrhundert erbauten Burg Monschau gelegen ist. Nach einer kurzen Erholung auf den urigen Zimmern, ist im Anschluss Gelegenheit, dem bunten Treiben der Stadt von einem Café oder einem anderen Ort aus zu folgen. Mit einer kurzen Besichtigung der alten Gassen von Monschau nehmen wir schließlich selbst daran teil. Neben der Burg Monschau sehen wir unter anderem die evangelische Kirche, die im Jahr 1787 erbaut wurde oder das bekannte Rote Haus der Tuchfabrikanten-familie Scheibler aus dem Jahre 1768.
2. Tag: Tagesetappe Monschau – Querung K 21 bei Simmerath Hammer (13 km)
Die offizielle 3. Etappe des Eifelsteiges ist an diesem Tag unser Start in den Naturpark Eifel. Über Bäche und Stromschnellen hinweg führt unser Weg vorbei an blauen Talsperren und zerklüfteten Felsformationen über grüne Bergrücken und durch verwunschene Wälder Richtung Hammer. Auf diesem Pfad, der zu den schönsten Etappen des insgesamt 330 km langen Eifelsteigs zählt, sehen wir bereits einen großen Teil der Vielfalt des einzigartigen Naturparks im Mittelgebirge. Einsame Natur, Kulturlandschaften und Dörfer wechseln einander ab, bis wir in der Nähe des Ortes Hammer von unserem Bus abgeholt werden, der uns nach Rurberg bringt, wo unsere zweite Unterkunft wartet.
Von Rurberg aus blicken wir hinter dem Paulusdamm, wo sich Rur und Urft stauen, über den 7,83 Quadratkilometer großen Rurstausee, der zweitgrößten Talsperre Deutschlands, hinüber in den Nationalpark Eifel. Hier wird unsere Tour morgen fortgesetzt. In Rurberg haben wir die Möglichkeit, uns von der ersten Etappe unserer Wanderung zu erholen und die herrliche Aussicht zu genießen.
3. Tag: Tagesetappe Rurberg – Gemünd (14 km)
Unser dritter Tag in der Eifel beginnt mit einer kurzen Schiffahrt von Rurberg über den Obersee zur eindrucksvollen Urfttalsperre, die sich auf fast 60 Meter aus dem Fluss empor hebt. Mit Blick auf den 2,16 Quadratkilometer großen Stausee wandeln wir über die 200 Meter lange Staumauer und blicken in die tief grünen Hänge der Urft unter uns. Hier haben wir die Möglichkeit, uns bei Erbsensuppe und kühlen Getränken auf die anstehende Wanderung durch den Nationalpark Eifel vorzubereiten. Nach unserer Pause lassen wir die Stauseen hinter uns und steigen auf in die Dreiborner Hochfläche, eine 33 Quadratkilometer große Wald- und Offenlandfläche, auf der sich in der Zeit von 1946 bis 2005, als hier ein Truppen-übungsplatz lag, weitgehend ungestört seltene Tier- und Pflanzenarten ansiedeln konnten. Unser Weg führt auf dem Hochplateau der Hochfläche vorbei an den Überresten des verlassenen Dorfes Wollseifen zur Ruine der NS-Ordensburg Vogelsang. Von hier aus können wir tief in den Nationalpark Nordeifel und die Landschaft aus Wasser und Wäldern hinunter schauen. Der weitere Weg, vorbei an Bächen, beschert uns sagenhafte Ausblicke in das Urfttal, nachdem wir wieder über Bergkuppen nach 14 Kilometern den Kurort Gemünd erreichen, der am Südhang des eben durchwanderten Kermeter-Hochwaldes gelegen ist. Hier endet unsere Wanderung an der Jugendherberge. An der Mündung des Flusses Olef in die Urft bietet sich im Anschluss die Möglichkeit, den Tag in einem Café ausklingen zu lassen und von den Erlebnissen der letzten Tage zu erzählen.
4. Tag: Abfahrt
Nach dem Frühstück endet unser Aufenthalt in der Eifel. Gemeinsam geht es zurück zum Ort, in dem unsere Reise begann. Während der Fahrt erinnert der Blick zurück auf die Landschaft noch einmal an die schönsten Momente der Wanderung.
Ergänzender Diavortrag zur Eifelwanderung:
Reiseveranstalter und Reiseleiter sind bemüht um eine sorgfältige Darstellung der Region und der Reiseinhalte, bevor sich Interessenten für die Reisen verbindlich anmelden. Hierzu werden Diavorträge zur Region gehalten, die einerseits die Reiselust wecken sollen, andererseits aber auch falsche Erwartungen vermeiden wollen. Bezüglich der Eifelwanderung wird mit dem Reiseanbieter ein Termin für einen Vortrag mit dem Titel „Erlebniswandern im Naturpark und Nationalpark Eifel – Drei Tage auf dem Eifelsteig“ vereinbart.
Der Diavortrag kann, soweit eine Absicht zur Zusammenarbeit mit dem Reiseveranstalter und dem Reiseführer besteht, vom Reiseanbieter gerne dazu genutzt werden, das eigene Freizeitangebot für Menschen mit Behinderungen zu erweitern.
(*Es besteht kein Anspruch auf einen Diavortrag)
Weitere Reisetermine können auf Anfrage vereinbart werden.
Ein Termin für den Diavortrag zur Eifel-Wanderung(kostenfrei) kann unabhängig von den Reiseterminen mit uns vereinbart werden.
Leistungen:
- 3 Übernachtungen in Monschau, Rurberg und Gemünd (voraussichtlich in Jugendherbergen)- 3 x Frühstück
- 3 x Abendessen
- Beratung zu Gepäck und geeigneter Kleidung/ Ausrüstung vor Beginn der Reise
- Versorgung mit Mineralwasser (die eigene Ration für die Wanderung muss jeder Teilnehmer selbst tragen)
- Lunchpakete für die Wanderungen (die eigene Versorgung für die Wanderung muss jeder Teilnehmer selbst tragen)
- Alle Führungen und Vorträge während der Tour
- Professionelle Betreuung bis Pflegestufe I
- Erste Hilfe während der Reise
- Gepäcktransport zwischen den Etappen ab Ankunft in Monschau (Reisetaschen und -koffer werden zwischen den Etappen transportiert. Die Teilnehmer müssen lediglich einen kleinen Rucksack mitführen.)
- Abholung von Teilstrecken der Etappen mit Pkw
- Transport bei Verletzungen oder sonstigen Gründen zur Unterkunft
- Ggfs. Organisation des Rücktransportes (z.B. im Krankheitsfall / bei Verletzungen)
- Reiseunterlagen, Literatur
Die Wandertouren finden statt, soweit mindestens 9 Anmeldungen vorliegen. An den einzelnen Wanderungen können maximal 15 Personen (zzgl. 4 Betreuer) teilnehmen, um ein aktives Erleben der Natur bei gleichzeitig professioneller Betreuung zu gewährleisten.
Der Reiseveranstalter GeoAdventure-Tours verpflichtet sich dem Ziel der Nachhaltigkeit. Dieses Leitbild bezieht sich insbesondere auf einen schonenden Umgang mit der Natur, die Stärkung der regionalen Wirtschaft und nicht zuletzt auf die Achtung des einzelnen Menschen.
- Der Transfer kann ab 6 Mitfahrern vom Reiseveranstalter übernommen werden. Dies wird mit den Reiseteilnehmern einzeln abgesprochen, weil sich hierdurch die Reisekosten leicht erhöhen.
- Bei gemeinsamer Hinfahrt muss für die Hinreise nach Monschau eigenständig für Verpflegung (Essen und Trinken) gesorgt werden.
- Es empfiehlt sich, ein Taschengeld von 10 Euro pro Tag mitzunehmen, z.B. für zusätzliche Getränke (es wird ausschließlich für Mineralwasser gesorgt) oder Essen (im Preis inbegriffen sind Frühstück und Abendessen sowie Lunchpakete für die Wanderungen.
Kosten:
pro Person 450,00 EUR
Anmeldung:
info@geoadventure-tours.deAnmeldeschluss: jeweils 6 Wochen vor Reisebeginn
Partner:
Regionalprofil www.regionalprofil.de
